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S. Sebastian.Bearbeiten

S. Sebastian, Hauptstadt in der spanischen Landschaft Guipuscoa, am Flusse Urumea, nicht weit von der französischen Gränzen. Sie ist befestigt, hat ein Schloß, nebst einem sehr weiten Hafen, und gegen 12,000 Einwohner. Es ist daselbst ein großer Handel mit Eisen, Stahl und Wolle. Die 1728 von K. Philipp V. errichtete und privilegirte Handlungsgesellschaft, welche den Alleinhandel nach Caracas hatte, ward 1781 aufgehoben.


St. Sebastian.Bearbeiten

St. Sebastian ist die Hauptstadt von Guipuscoa, dem östlichen Theil von Biscaya, hat einen guten und sehr besuchten Hafen, der durch zwei Dämme, auf welchen Schanzen aufgeworfen sind, und wo nur Ein Schiffe auf einmal durch kann, sicher ist. Die Straßen sind lang, breit und mit Quadersteinen gepflastert; auch die Häuser waren schön, die Kirchen zierlich und die Umgebungen angenehm; es hatte ehmals Handel und war sehr volkreich, so daß viele Familien Ein Haus bewohnten. Der Handel bestand größtentheils in Stahl und Eisen, welche die besten in Europa seyn sollen; auch wurde dahin viel Wolle aus Altkastilien versendet.

1794 ward dieser Ort von den französisch-republikanischen Schaaren genommen, oder wahrscheinlicher ihnen durch Verrath überlassen; denn am 3. Aug. ward er umzogen, und Tags darauf kapitulirte er, wiewohl er eine Besatzung von 2000 Mann, 180 Kanonen und Schießbedarf, wie andre Kriegsvorräthe genug hatte.

St. Sebastian liegt ungefähr 50 engl. Meilen nördlich von Bilbao an der Mündung des Flusses Gurumea; durch See und Gebirge, wie die fernen Pyrenäen, wird es sehr romantisch.


Festung San Sebastian.Bearbeiten

San Sebastian in Biscaya, westlich von Fuentarabia, eine bedeutende Stadt und Vestung auf einer felsigen Landspitze, welche westlich von der breiten Md. des Flüsschens Urumea hinausragt. An den Wasserseiten befinden sich nur mit Schießscharten versehene Mauern, welche durch nichts gedeckt sind. Die niedrige Landseite, südlich von der Stadt, ist durch eine Vestungsfronte geschlossen, von welcher die Verlängerungen aller Linien jenseits der Urumea, in einer Entfernung von 1800 F., auf beträchtliche Sandhügel fallen, von wo aus diese Werke der Länge nach bestrichen und in den Rücken genommen werden können. Die Landfronte, welche aus einer doppelte Linie von Werken mit der gewöhnlichen Contrescarpe, dem bedeckten Wege und Glacis besteht, schließt sich mit zwei halben Bollwerken an die Mauern längs dem Wasser, welche man von jenen Hügeln ebenfalls bis auf den Fuß sehen kann.

Diese Vernachlässigung und der Umstand, dass die Urumea zur Zeit der Ebbe durchwatet werden kann, zog der Vestung schon 1719 ihren Fall zu, als die Franzosen unter dem Marschall Berwick sie nahmen. Von eben der Seite wurde sie 1813 von den Britten und Portugiesen unter Graham beschossen, und den 31. August genommen. Die französische Besatzung flüchtete dieses letzteremal auf das veste Schloss in der Stadt, welches den 8. September beschossen wurde und sich ergab. Die Stadt wurde von den Britten und Portugiesen geplündert und verbrannt.

Der Hafen bei der Stadt ist unbedeutend, aber ganz nahe ist der große tiefe Hafen los Passages.

Handel, Fabriken, 14'000 E.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.
  • Arthur, Herzog von Wellington. Sein Leben als Feldherr und Staatsmann. Nach englischen Quellen, vorzüglich nach Elliot und Clarke, bearbeitet und bis zum Sept. 1816 fortgesetzt. Leipzig und Altenburg: F. A. Brockhaus. 1817.
  • Lehrbuch der Militär-Geographie von Europa, eine Grundlage bei dem Unterricht in deutschen Kriegsschulen, von A. G. Hahnzog, Divisionsprediger und Lehrer an der Kriegsschule in Magdeburg. Magdeburg, bei Ferdinand Rubach 1823.