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Rouen, die Hauptstadt der vormaligen Normandie, und jetzt des Departements der untern Seine, ist altmodisch gebaut, hat ungefähr 11,000 Häuser, und 87,000 Einwohner.

Hier ist der Sitz der obern Gerichtsstellen des Departements, des commandirenden Generals der 15ten Division, und eines Erzbischofs.

Zur Fluthzeit können Schiffe von 2000 Tonnen hier anlanden. die Schiffbrücke über die Seine fällt und steigt mit der Ebbe und Fluth, obgleich sie gepflastert, und ganz einer steinernen Brücke ähnlich ist. Sie ist 270 Schritte lang, und 1626 gebauet.

Die Kathedralkirche, das 1809 in dem vormaligen Jesuitercollegium gegründete Lyceum oder die Akademie, das prächtige, vormalige Parlamentshaus, und die auf dem Marktplatze aux vaux befindliche Bildsäule des 1430 hieselbst von den Engländern verbrannten Mädchens von Orleans gehören zu den Merkwürdigkeiten.

Auch sind hier viele Manufacturen und Fabriken von Baumwollenzeugen und Leinwand-Cayende, Vitriol, Alaun, Leder, Wachstuch, Zuckerbäckereien, Raffinerien, und Färbereien von Wichtigkeit, und die Stadt treibt mit aus- und inländischen Producten und Fabrikaten einen sehr bedeutenden Handel.


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Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.