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Ehrenlegion.Bearbeiten

Ehrenlegion, (Legion d'Honneur), ein durch Bonaparte als ersten Consul 1802 in Frankreich errichteter Ritterorden, welcher den Mitgliedern bürgerliche Vorzüge und Einkünfte gewährt, sich nur auf erworbene Verdienste um den Staat gründet, blos persönlich, nicht erblich, von dem Feudalsystem des ehemaligen Adels ganz entfernt, aber als zusammenhängendes Corps von ausgezeichneten Männern aus jedem Stande eine Stüze des neuen Throns ist. Es werden in denselben durch den Ersten Consul (jezt den Kaiser) vorzüglich die Männer aufgenommen, welche sich während der Revolutionskriege im Dienste des Vaterlands einen Namen erworben, und alle welche ein Ehrengewehr, Flinte, Säbel xc. erhalten haben; ausser diesen aber auch verdiente Staatsmänner, Gelehrte xc.

Das Ganze bildet eine Legion von mehr als 6000 Mann, welche in 15 Kohorten jede von 350 Legionärs vertheilt ist. An der Spitze jeder Cohorte stehen 57 Oberbeamte, Commandeurs und Officiere. Die ganze Legion aber hat einen Oberverwaltungsrath, welcher aus 4 Mitgliedern bestehet, das gesetzgebende Corps und der Staatsrath, jeder ein Mitglied liefern. Chef des ganzen Ordens ist der Kaiser.

Die Mitglieder schwören, sich dem Dienst der Republik, der Erhaltung der eingeführten Regierung und der Gesetze zu weihen, und sich jeder zur Wiederherstellung des Feudalsystems abzweckenden Neuerung auf das kräftigste zu widersetzen.

Die Legionärs genießen 250, die Officiere 1000 xc., die Oberbeamten 5000 Francs jährlicher Einkünfte, welche auf den Ertrag vieler im ganzen Reiche zerstreuten und zu diesem Ende verpachteten Domänen angewiesen sind.

Jede Kohorte hat ihren angewiesenen Centralplatz oder ihre Residenz in sehr verschiedenen Theilen des ganzen Reichs. Die vornehmern Mitglieder sitzen mit in den höchsten Landeskollegien; und in den Departements nehmen sie, nach Weisung des Kaisers Theil an den Wahlen, durch welche Candidaten zu de gesetzgebenden Körpern nach Paris geliefert werden. Schon gehörten alle Mitglieder des Tribunats, die Erzbischöfe und meisten Bischöfe des Landes, so wie ausgezeichnete Männer auf jedem Fache, selbst Ausländer, unter die Zahl der Ehrenlegion.

Die Insignien derselben bestehen seit 1804 in einem Stern mit 5 gedoppelten Stralen. Das Centrum des Sterns enthält den Kopf des Kaisers mit der Legende: Napoleon, und ist mit einem Eisen- und Lorbeerkranze umgeben. Die Kehrseite stell den Französischen Adler der den Blitz trägt vor, mit der Legende: l'Honneur et la Patrie. Das Zeichen ist von Gold für die Großbeamten, von Silber für die Legionairs, und wird im Knopfloche an einem rothen, weiß gerändetem Bande getragen.


Ehrenlegion..Bearbeiten

Die Ehrenlegion (frz. Légion d’honneur) ist ein französischer Verdienstorden.


Diese Ehrenlegion ist ein von dem jetzigen Kaiser gestifteter Ritterorden; der zur Belohnung von Verdiensten jeder Art, besonders der militärischen bestimmt ist und einen dreifachen Zweck hat, einem moralischen, das Ehrengefühl zu entflammen, einen politischen, die Distinctionen des Erbadels zu vertilgen, und einen militärischen, die Verdienste der Vaterlandsvertheidiger zu belohnen.

In diesen Orden können aufgenommen werden:

1) Alle Kriegsleute, welcher sich durch besonders wichtige Dienste ausgezeichnet haben. Diejenige, welche Ehrenwaffen erhalten haben, sind zur Aufnahme vollkommen berechtigt.
2) Alle Bürger, welche durch ihre Talente, durch ihre Tugenden und durch ihre Kenntnisse dazu beigetragen haben, die Grundsätze, auf welchen das Wohl des Staats (in der Urkunde heißt es: der Republik) beruht, festzusetzen oder zu vertheidigen, oder welche Liebe und Achtung für die Gerechtigkeit und Staatsverwaltung verbreitet haben.
3) Alle, welche sich durch ihre Dienste in Gesetzgebungs-, diplomatischen, Administrations- oder Justizämtern, oder in den Wissenschaften ausgezeichnet haben.

Die Ehrenlegion, deren Großmeister der Kaiser ist, besteht aus

1) Dem großen Verwaltungsrathe (Grand Conseil d'administration), welchen die Inhaber der hohen Reichswürden ausmachen, die aus den Großoffizieren einen Kanzler und einen Schatzmeister erwählen.
2) Den Großoffizieren, die theils das große Band tragen, theils nicht; die Zahl der ersteren ist auf sechzig festgesetzt, außer den französischen Prinzen und den fremden Herren, welchen der Kaiser das große Band ertheilt, der auch ganz, allein dasselbe vergiebt. Die übrigen Großoffiziere tragen den Orden ohne das große Band.
3) Der großen Kanzlei, welche unter dem Vorsitze des Ordens-Kanzlers die Geschäfte der Legion besorgt.
4) Den sechszehen Kohorten, in welche die Ehrenlegion durch ganz Frankreich vertheilt ist. Jede dieser Kohorten besteht aus 7 Groß-Offizieren, 20 Kommandanten, 60 Offizieren und 538 Legionnärs, folglich zusammen aus 625 Köpfen und alle 16 Kohorten müssen also mit einander aus 10,000 bestehen, die kaiserlichen Prinzen und die auswärtigen Glieder ausgenommen. Jede Kohorte hat einen Verwaltungsrath von 9 Gliedern.

Die Hauptsitze dieser Kohorten sind:

Kohorte.} Sitz.}
I. Fontainebleau.
II. Abtei St. Waast zu Arras.
III. Abtei St. Peter zu Gent.
IV. Schloß Bruhl (Dep. der Ruhr.)
V. Schloß zu Zabern.
VI. Ständepallast zu Dijon.
VII. Bischofspallast zu Vienne.
VIII. Erzbischofspallast zu Aix.
IX. Bischofspallast zu Beziers.
X. Malteserpallast zu Toulouse.
XI. Bischofspallast zu Agen.
VII. Abtei St. Maixent.
XIII. Schloß Craon.
XIV. Abtei Bec bei Bernay.
XV. Schloß Chambord.
XVI. Schloß Veneria bei Turin.

Das Ordenszeichen ist ein weiß emaillirter Stern mit fünf doppelten Strahlen, dessen Mitte in einem Eichen- und Lorbeerkranze auf der einen Seite den Kopf des Kaisers vorstellt mit der Umschrift: Napoleon, Kaiser der Franzosen, und auf der andern den französischen Adler, der den Donnerkeil hält, mit der Umschrift: Ehre und Vaterland. Dieser Stern ist von Gold für die Großoffiziere, Kommandanten und Offiziere und heißt den große Adler, und von Silber für die Legionnäre und heißt der kleine Adler; beide werden im knopfloche getragen.

Das große Ehrenzeichen besteht in einem rothen Bande, das von der rechten Achsel auf die linke Seite herabfällt und an dessen Ende der Adler der Ehrenlegion durch ein gewässertes Band befestigt ist, und in einem großen von Silber gestickten Sterne von zehen Strahlen auf der linken Seite der Mäntel und Kleider, in dessen Mitte der Adler der Legion mit der Umschrift: Ehre und Vaterland. - Die Groß-Offiziere; welche diesen großen Orden erhalten, tragen auch den goldenen Stern im Knopfloche.


Quellen und LiteraturBearbeiten

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
  • Neueste Länder- und Völkerkunde. ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Zweiter Band. Frankreich. Weimar, im Verlage des geographischen Instituts, 1806. = Neueste Kunde von Frankreich. Nach dessen gegenwärtigem Zustande aus Quellen dargestellt von Theophil Friedrich Ehrmann. Weimar, im Verlage des F. S. privil. Landes-Industrie-Comptoirs. 1806.