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Nantes.Bearbeiten

Nantes, eine ansehnliche Stadt von 13,000 Häusern und 74 - 75,000 Einwohnern, liegt am rechten Ufer der Loire, ungefähr 15 Lieues von der Mündung derselben. Sie ist die Hauptstadt des Departements de la Loire inferieure und gehört zur haute Bretagne.

Sie trieb von jeher einen starken Handel. Die größten Schiffe können zur Mündung der Loire hereinkommen, und geben bis Paimboeuf, wo die Waaren abgeladen und auf kleinern Schiffen zu dem nicht weit davon entlegenen Nantes gebracht werden. Der Handel wird von hier vorzüglich stark nach Spanien, Westindien und Afrika getrieben. Zucker, der hier nochmals raffinirt wird, und dessen Verladung allein 150 Schiffe der Stadt selbst beschäftigt, macht einen Hauptartikel dieses Handels aus.

In der Geschichte ist diese Stadt vorzüglich wegen des Edicts von Nantes berühmt, durch welches König Heinrich IV. im J. 1598 den Reformirten des Königreichs die freie Ausübung ihrer Religion gestattete, welches Edict aber von Ludwig XIV. im Jahre 1685 widerrufen wurde.

In der Zeit der Revolution hat diese Stadt theils durch den bis unter ihren Thoren geführten Krieg der Vendée, theils durch die grausamen Executionen des berüchtigten Carrier, theils durch die völlige Unterbrechung des Handels sehr gelitten.

Eine besondre Künstlerische Merkwürdigkeit von Nantes sind die mit den 56 Wunderwerken Christi bemahlten Fensterscheiben der Kirche zu St. Nicolas, die von Liebhabern und Kennern der Glasmahlerei sehr geschätzt werden.


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Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.