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Mittelländisches Meer führt diesen Namen von seiner Lage zwischen Südeuropa, Westasien und Nordafrika. Es ist eigentlich ein Theil des Atlantischen Oceans, und hängt gegen Westen durch die Meerenge von Gibraltar mit demselben zusammen.

In der Mitte dieser Meerenge bemerkt man einen starken Strom aus dem Ocean in das mittelländische Meer und an jeder Seite einen andern, welcher längs der Küste in entgegengesetzter Richtung aus dem mittelländischen Meere in den Ocean fließt. Da aber diese Seitenströme weit schwächer sind, als der mittlere Strom, und kaum das durch diesen empfangene Wasser wieder zurückschicken können, das mittelländische Meer aber noch außerdem eine ungeheure Menge Wasser durch die vielen großen (Ebro, Rhone, Po, Donau, Dniester, Dnjeper, Don, Kuban und Nil) und kleinen Flüsse empfängt, die sich in dasselbe ergießen; so macht es große Schwierigkeit zu erklären, wo diese Menge Wasser bleibt, da das Meer keine Zunahme leidet, auch, wenn es merklich höher würde, sich mit Macht in den Ocean ergießen müßte, um das Gleichgewicht herzustellen. Die wahrscheinlichste Meinung ist, daß es sich seines Ueberflusses durch eine ungewöhnlich starke Ausdünstung entledigt, die, wie man glaubt, durch einen unter dem Boden dieses Meeres befindlichen großen Feuerheerd verursacht wird; und daß ein solcher vorhanden sey, scheinen die vielen vulkanischen Ausbrüche in demselben und um dasselbe hinlänglich zu beweisen.

Theile des mitteländischen Meeres sind: das etrurische Meer, das adriatische Meer, der syrtische Busen, das Aegeische oder griechische Meer (Archipelagus), die Meerenge der Dardanellen oder der Hellespont, das Meer von Marmora oder die Propontis, die Straße von Constantinopel oder der Bosporus, das schwarze Meer, das Asowsche und das faule Meer.

Die Größe des mittelländischen Meeres schätzt man auf 40,000 Quadratmeilen.

Es hat vermöge seiner natürlichen Lage veränderliche Winde und eine schwache Ebbe und Fluth.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.