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102. Das Departement des Leman hat seinen Namen von dem Genfersee, den die Römer den Lemansee (Lacus Lemanus) nannten, an welchem es liegt, umfaßt einen Flächenraum von 46 Qu. M. hat 216,000 Einw. und ist jetzt in die 3 Gemeindebezirke von Genf, Thonon und Bonneville abgetheilt, welche 276 Gemeinden in 23 Kantonen enthalten.

1) Genf (Genève), Hauptstadt des Depts., hübsche, große, befestigte und sehr gewerbsame Stadt mit etwa 24,000 Einwohnern auf einer Anhöhe am Genfersee und am Rhone, der hier aus demselben tritt und die Stadt in drei Theile theilt, die durch schöne Brücken mit einander verbunden sind, 140 fr. M. von Paris. Die Stadt hat zwei Vorstädte, lauter steinerne, meist gut gebaute und zum Theil auch ansehnliche Häuser und große Gebäude, unter welchen zu bemerken sind: das schöne Rathhaus, das groß Hospital, die Münze, das Zeughaus, die Magazine; auch sind hier schöne Spaziergänge; ferner eine reformirte hohe Schule, eine Centralschule, eine öffentliche Bibliothek und andere literarische Anstalten. Die Einwohner sind meist reformirter Religion. Die Fabriken sind sehr gesunken, doch sind die Kattun-, Zitz- und Uhrenfabriken ansehnlich; auch werden viele Kunstwaaren verfertigt. Der Handel ist beträchtlich. Außer den Obergewalten des Depts. ist hier auch ein Handelsgericht.

2) Thonon, Städtchen mit 3200 Einw. am Genfersee.

3) Bonneville, geringes Städtchen mit 1000 Einw. an der Arve.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Neueste Länder- und Völkerkunde. ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Zweiter Band. Frankreich. Weimar, im Verlage des geographischen Instituts, 1806. = Neueste Kunde von Frankreich. Nach dessen gegenwärtigem Zustande aus Quellen dargestellt von Theophil Friedrich Ehrmann. Weimar, im Verlage des F. S. privil. Landes-Industrie-Comptoirs. 1806.