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Tagebuch der Bewegungen der 17ten Division vom 29. März bis zum 21. May.Bearbeiten

Am 29sten März waren die sämtlichen Truppen der 17ten Division in der Gegend von Lüderitz vereinigt und im Lager.

Den 30sten rückte das 146ste und 147ste Regiment nebst den von Magdeburg gekommenen beiden Compagnien Artillerie nach Stendal, das 48ste Regiment nach Dahlen und Gohre.

Den 31sten brachen die beiden erstern Regimenter von Stendal auf, liessen ihre Artillerie dort, um das Material zu erwarten, welches noch nicht eingetroffen war, und gingen mit einer zum 11ten Corps gehörigen Batterie nach Osterburg. Das 148ste Regiment marschirte nach Gross Schwechten.

Den 1sten April war das Divisions-Geschütz, in 12 Sechspfündern und 4 Haubitzen bestehend, beim 148 Regiment eingetroffen, welches mit denselben nach Osterburg aufbrach, während die beiden andern Regimenter nach Seehaussen abrückten.

Am 2ten April vereinigte sich die ganze Division in Salzwedel. Die vom 11ten Corps entlehnte Batterie ging dahin zurück. Den 3ten wurde bis Luchow, und den 4ten nach Schloss Goerde marschirt. Den 5ten besetzte ein Bataillon vom 146sten Regiment mit 2 Canonen Blackede; die 3 andern und das 147ste Regiment gingen nach Wendhaussen, das 148ste Regiment mit der Artillerie nach Uelzen, und den folgenden Tag nach Lüneburg. Alle Ausgänge der Stadt Blackede, die nach der Elbe führten wurden geschlossen, und die Wege durchstochen.

Den 8ten rückte das 146ste Regiment, und 1 Bataillon vom 148sten nach Danneberg, die 3 andern Bataillons von diesem Regimente gingen nach Uelzen. Alles übrige kehrte nach Goerde zurück, das, was in Danneberg war, aber nach Wustrow.

Den 10ten trafen alle Truppen in Salzwedel ein, mit Ausnahme der eben erwähnten 3 Bataillons, welche von Uelzen aufbrachen, und am andern Tage nach Celle kamen, wo sich das 2te Bataillon des 3ten fremden Regiments befand, das 1ste war in Gifhorn. Diess Regiment hatte die 18te Division, zu welcher es gehörte, nicht erreichen können, und stellte sich unter die Befehle des Generals Puthod. Die 3 Bataillons lagerten sich an der Strasse von Braunschweig nach Celle; die Lüneburger Vorstadt war vom 2ten Bataillon des 3ten Regiments besetzt. Man machte Anstalt die Ausgänge der Stadt zu schliessen; die Brücken über die Aller wurden abgeworfen, mit Ausnahme der nach der Lüneburger Vorstadt, welche verschanzt werden, und als Brückenkopf dienen sollten. Die übrigen Truppen marschirten den 12ten nach Brohne, und den 13ten nach Gifhorn. In dieser Stellung blieb die Division die folgenden Tage. Den 16ten wurden zwei Bataillons vom 147sten Regiment nach Kater entsendet, und das 2te Bataillon des 148sten begab sich von Gifhorn nach Celle zu dem Regimente. Den 17ten nach der Abreise des Marschalls Davoust von Gifhorn, kam die Division unter die Befehle des Generals Sebastiani, der das 2te Cavalleriecorps kommandirte. Um 2 Uhr Morgens zog man die Truppen vom rechten Allerufer zurück, und zerstörte die Brücke. Das 148ste Regiment marschirte nach den Dorfe Othe.

Den 18ten ging der General Vachot, welcher das eben genannte Regiment und das 2te Bataillon des 3ten fremden befehligte, nebst der leichten Reiterei des Generals Morin, nach Celle, welches von ihnen den Tag vorher geräumt und vom Feinde besetzt war. Der Feind wurde wieder aus der Stadt vertrieben, verlor gegen 60 Mann an Todten und Verwundeten, und einige Gefangene, und zündete die Brücke an. Wir hatten 3 Todte und 19 Verwundete. Das 1ste Bataillon des 3ten fremden Regiments wurde nach Gamesen geschickt. Das 146ste und 147ste Regiment nebst der Reiterei des Generals Sebastiani und der Artillerie machten eine Recognoscirung auf der Strasse von Uelzen, und kehrten erst den 20sten nach Gifhorn zurück. Die folgenden Tage gingen nur Patrouillen aus.

Den 24sten rückte die ganze Division ins Lager bei Sprakensee; nur ein Bataillon vom 146sten Regimente blieb in Gifhorn.

Den 25sten vereinigte sich die Division mit der Reiterei des Generals Sebastiani, um nach Uelzen zu marschiren. Eine Stunde von der Stadt stiess man auf Cosaken, welche bis jenseits derselben getrieben wurden, wobei 10 Mann verloren gingen.

Den 26sten marschirten die Division nach Binnebüttel, und den 27sten nach Lüneburg. Ein Bataillon des 148sten Regiments blieb zu Uelzen. Die 3 übrigen und eines vom 147sten Regiment machten am 28sten eine Recognoscirung über Lunen nach Dahlenburg, und kamen den folgenden Tag zurück, ohne den Feind gesehen zu haben. Am 2ten May nahm die ganze Division bei der letztern Stadt eine Stellung, welche sie jedoch am folgenden Tage wieder verliess, um nach Danneberg, und den 4ten nach Salzwedel zu gehn. Hier traf das in Uelzen gebliebene Bataillon wieder ein. Luchow wurde mit 2 Bataillons vom 147sten Regimente besetzt. Von hier wurde erst am 8ten aufgebrochen, und diesen Tag bis Gross Openburg, den 9ten bis Gardeleben, den 10ten bis Neu Haldensleben, und den 11ten bis Wanzleben marschirt, wo ein Bataillon vom 146sten Regimente nach Magdeburg ging, um einen Transport Rindvieh zu escortiren. Es traf den folgenden Tag wieder bei der Division ein, welche bis Alenburg gegangen war. Den 13ten rückte sie nach Willekem, hinter Cöthen, den 14ten nach Dessau, den 15ten nach Kemberg, den 16ten auf die Höhen von Thiesen, nachdem sie bei Wittenberg über die Elbe gegangen war, und den 17ten nach Dahme, vor welcher Stadt sie links von dem sächsischen Lager sich aufstellte.

Den 18ten erhielt der General Puthod von dem Fürsten von der Moskwa Befehl, dem General Sebastiani nicht weiter zu folgen, und den Weg nach Hoyerswerda einzuschlagen, um sich mit dem 5ten Corps zu vereinigen. Die Division rückte denselben Tag nach Finsterwalde, und den folgenden Tag nach Senftenberg.

Den 20sten brach die Division von Senftenberg auf, ging über Hoyerswerda bis Steinitz, und vereinigte sich den 21sten Abends um 7 Uhr bei Würschen mit dem 5ten Armeecorps.

Goldberg, den 26sten Iuli 1813.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Denkwürdigkeiten für die Kriegskunst und Kriegsgeschichte. Herausgegeben von einigen Officieren der Königl. Preussischen Generalstabs. Erstes Heft. Berlin 1817, in der Realschulbuchhandlung.